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Finanzierung und Finanzierungsberatung

Wir bera­ten Sie in Ihrer Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung im Rah­men von
  • Eigen­fi­nan­zie­rung,
  • Kre­dit­fi­nan­zie­rung,
  • Innen­fi­nan­zie­rung und
  • Son­der­for­men der Finan­zie­rung wie Fac­to­ring, For­fai­ting, Asset Back Secu­ri­ties sowie Lea­sing.

Hier vor­lie­gend the­ma­ti­sie­ren wir eben­so die Fremd­fi­nan­zie­rung mit Effek­ten und Finanz­de­ri­va­te, die aller­dings nicht unse­re Bera­tungs­schwer­punk­te sind.

Zentrale Vorteile der Finanzierungsberatung

  • Sie kom­men her­aus aus dem Dschun­gel der viel­fäl­tigs­ten Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten!
  • Die grund­sätz­li­chen Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten über Ban­ken, Bör­sen, außer­halb der Bör­sen sowie über Pri­va­te (Crowwd­fun­ding) wer­den ent­spre­chend Ihrer spe­zi­fi­schen Situa­ti­on exakt erör­tert, bewer­tet und erfolgs­ka­na­li­siert.
  • Es wer­den die best­mög­li­chen Finan­zie­rungs­va­ri­an­ten ent­spre­chend Ihrer spe­zi­fi­schen Situa­ti­on und Ihres jeweils kon­kre­ten Vor­ha­bens fixiert.
  • Sie machen Sie frei für Ihr tat­säch­li­ches Geschäft!
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Eigenfinanzierung

Grundprobleme der Eigenfinanzierung

Eigen­fi­nan­zie­rung ist Betei­li­gungs­fi­nan­zie­rung, d.h. Außen­fi­nan­zie­rung mit Eigen­ka­pi­tal.

Allen Nicht-Akti­en­ge­sell­schaf­ten gemein ist, dass ihre Unter­neh­mens­an­tei­le nicht Wert­pa­pie­re sind, die han­del­bar wären. Der Markt­preis die­ser Unter­neh­mens­an­tei­le ist damit nicht oder nur mit­tels auf­wän­di­ger Gesamt­un­ter­neh­mens­be­wer­tung bestimm­bar, und die­se Unter­neh­mens­an­tei­le kön­nen nur rela­tiv schlecht ver­äu­ßert wer­den.

Dies betrifft ins­be­son­de­re die Ein­zel­un­ter­neh­mung sowie alle For­men der Per­so­nen­ge­sell­schaft mit Aus­nah­me der Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG),  d.h. die Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR, auch BGB-Gesell­schaft genannt) und die Offe­ne Han­dels­ge­sell­schaft (OHG). Die Kom­man­di­tis­ten einer KG haf­ten nur mit ihrer Ein­la­ge und erleich­tern des­halb eine Betei­li­gungs­fi­nan­zie­rung, ins­be­son­de­re dann, wenn im Gesell­schafts­ver­trag eine freie Über­trag­bar­keit der Antei­le fest­ge­legt ist.

Doch auch bei der Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung (GmbH) und bei der Genos­sen­schaft sind Betei­li­gungs­fi­nan­zie­run­gen enge Gren­zen gesetzt. Jede Ver­än­de­rung bei GmbH-Gesell­schaf­tern hat neben der jewei­li­gen Bewer­tung der Antei­le einen Notar­ter­min und einen Ein­trag ins Han­dels­re­gis­ter zur Fol­ge und ist damit ein schwer­fäl­li­ges Unter­fan­gen. Die Genos­sen­schaft ermög­licht zwar seit 2006 in Deutsch­land nur inves­tie­ren­de, also nicht nut­zen­de Mit­glie­der, was die Eigen­fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten eigent­lich erleich­tert. Gleich­zei­tig hat jeder Genos­se jedoch nur eine Stim­me, egal wie vie­le Antei­le er besitzt, was für poten­ti­el­le Kapi­tal­ge­ber mit Macht­po­si­ti­ons­am­bi­tio­nen unat­trak­tiv ist; dar­über hin­aus tritt anstel­le des Han­dels­re­gis­ters für GmbHs das Genos­sen­schafts­re­gis­ter mit dem ent­spre­chen­den Auf­wand bei Mit­glie­derän­de­run­gen.

Von den rund 2,4 Mio. Unter­neh­men in Deutsch­land sind ca. 12.000 Akti­en­ge­sell­schaf­ten (AG). Das ent­spricht einem Anteil von etwa 0,5%. AGs kön­nen sich über Inha­ber­ak­ti­en, Namens­ak­ti­en und vin­ku­lier­te Namens­ak­ti­en finan­zie­ren, über Nenn­wert­ak­ti­en und Stück­ak­ti­en oder über Stamm­ak­ti­en und Vor­zugs­ak­ti­en. Der Han­del fin­det börs­lich und auf dem regu­lier­ten Markt an Kas­sa- oder Ter­min­bör­sen sowie Prä­senz- und Com­pu­ter­bör­sen statt oder außer­börs­lich und im Frei­ver­kehr. Mitt­ler­wei­le kom­men zuneh­mend alter­na­ti­ve Han­dels­sys­te­me in Form von pri­va­ten Com­pu­ter­netz­wer­ken zum Ein­satz, die Bör­sen leich­ter ersetz­bar machen und kei­ne von einer Auf­sichts­be­hör­de geneh­mig­te Bör­sen­ord­nung haben, d.h. auf Basis pri­vat­recht­li­cher Ver­trä­ge agie­ren statt auf Bör­sen­recht. Die Akti­en­emis­si­on, d.h. der erst­ma­li­ge Ver­kauf (die erst­ma­li­ge Plat­zie­rung) von Wert­pa­pie­ren, eine akti­en­recht­li­che Kapi­tal­erhö­hun­gen und die finan­zi­el­le Sanie­rung der Akti­en­ge­sell­schaft in Form einer Her­ab­set­zung des Grund­ka­pi­tals zur Besei­ti­gung eines Ver­lust­vor­trags sind wesent­li­che Finan­zie­rungs­mit­tel­ver­än­de­run­gen einer AG.

Die Stille Gesellschaft und Private Equity als Sonderform der Eigenfinanzierung für alle Unternehmensformen

Nur die Stil­le Gesell­schaft, die der Per­so­nen­ge­sell­schaft zuzu­ord­nen ist und grund­sätz­lich jeder belie­bi­gen Gesell­schafts­form offen steht, weist neben den Akti­en die nöti­ge Fle­xi­bi­li­tät hin­sicht­lich Betei­li­gungs­fi­nan­zie­rung auf. Die Stil­le Gesell­schaft ist eine rei­ne Innen­ge­sell­schaft des Han­dels­rechts ohne recht­li­che Außen­be­zie­hun­gen und muss nach außen auch nicht erkenn­bar sein. Je nach Inten­ti­on kann eine typi­sche oder aty­pi­sche Stil­le Gesell­schaft errich­tet wer­den mit weit­ge­hen­der Aus­hand­lungs­frei­heit hin­sicht­lich Ver­lust­be­tei­li­gung und unter­neh­me­ri­schem Mit­spra­che­recht.

Pri­va­te-Equi­ty-Finan­zie­run­gen umfas­sen Eigen­ka­pi­tal­be­tei­li­gun­gen (equi­ty) als alter­na­ti­ve Invest­ments, die im Regel­fall außer­halb der Bör­se (pri­va­te) durch spe­zia­li­sier­te Anle­ger auf begrenz­te Zeit zu einem grö­ße­ren Gesamt­be­trag beim finan­zier­ten Unter­neh­men getä­tigt wer­den. Ziel der Kapi­tal­an­le­ger ist es, maxi­mal von der Wert­ent­wick­lung des Unter­neh­mens zu pro­fi­tie­ren, indem nach einer bestimm­ten zeit­li­chen Pha­se die Unter­neh­mens­an­tei­le des Finanz­in­ves­tors ver­kauft wer­den (Exit). Im Wesent­li­chen sind die­se Pha­sen Früh­pha­sen (Ear­ly Sta­ge) oder Spät­pha­sen (Late Sta­ge). Das Pro­blem für finan­zier­te Unter­neh­men besteht in frü­hen Pha­sen dar­in, dass hin­ter der dann so bezeich­ne­ten Ven­ture-Capi­tal-Finan­zie­rung ins­be­son­de­re im tech­no­lo­gi­schen Bereich Kon­kur­renz­un­ter­neh­men ste­hen kön­nen, die womög­lich das Know-how der neu­en Unter­neh­men abgrei­fen wol­len. In Spät­pha­sen mit ihren Aus­for­mun­gen Expan­si­on Finan­cing, Bridge-Finan­cing, Buy Out Finan­cing mit sei­nen diver­sen Spiel­ar­ten, Tur­narounds und Nach­fol­ge­fi­nan­zie­run­gen besteht das Pro­blem für finan­zier­te Unter­neh­men nicht sel­ten dar­in, dass die finan­zie­ren­den Betei­li­gungs­un­ter­neh­men stark in die Unter­neh­mens­füh­rung ein­grei­fen wol­len, um eine schnel­le Wert­erhö­hung die­ses Unter­neh­mens zu errei­chen. Dies kann, wie teil­wei­se schon gesche­hen, bis hin zur Zer­schla­gung des finan­zier­ten Unter­neh­mens füh­ren, um die Ein­zel­tei­le des Unter­neh­mens mit höhe­rem Gewinn wei­ter­zu­ver­kau­fen. Oder die Ren­di­te des ein­ge­setz­ten Eigen­ka­pi­tals wird durch so hohe Kre­dit­auf­nah­men des finan­zier­ten Unter­neh­mens zum Zwe­cke der Aus­schüt­tung von Son­der­di­vi­den­den künst­lich erhöht, dass das finan­zier­te Unter­neh­mens insol­vent geht. Der Aus­stieg der Pri­va­te-Equi­ty-Inves­to­ren aus ihrem Enga­ge­ment, die soge­nann­ten Exit-Kanä­le, ist im Wesent­li­chen Buy Back, Secon­da­ry Purcha­se, Tra­de Sale und Going Public – mit damit ein­her­ge­hen­den ande­ren poten­zi­el­len Pro­ble­men für das finan­zier­te Unter­neh­men.

Busi­ness Angels sind „Vor­in­stan­zen“ von Ven­ture-Capi­tal-Geber, meist Pri­vat­per­so­nen aus der­sel­ben Bran­che mit oft ledig­lich regio­na­lem Akti­ons­ra­di­us, die mit ihrem Spe­zi­al­wis­sen und zeit­wei­sem Eigen­ka­pi­tal neue Unter­neh­men auch mit klei­ne­ren Inves­ti­tio­nen för­dern wol­len.

Kreditfinanzierung

Kre­dit­fi­nan­zie­rung ist eine Form der Fremd­fi­nan­zie­rung, die durch indi­vi­du­el­le Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Kapi­tal­ge­ber und Kapi­tal­neh­mer zustan­de kommt. Die Kre­dit­fi­nan­zie­rung ist für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men (KMU, in Öster­reich Klein- und Mit­tel­be­trie­be, KMB) von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung, da hier eine Fremd­fi­nan­zie­rung durch Emis­si­on von Wert­pa­pie­ren allein auf­grund einer Nicht-Akti­en­ge­sell­schaft-Unter­neh­mens­form oder man­gels aus­rei­chen­den Emis­si­ons­vo­lu­men nicht mög­lich ist. Das Kre­dit­ge­schäft ist auf der ande­ren Sei­te auch für Ban­ken von her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung, deren Aktiv­sei­te der Bilanz zu zwei Drit­teln bis drei Vier­teln auf Kre­di­ten beruht. Es ist des­halb für Ban­ken von exis­ten­zi­el­ler Bedeu­tung, gute Kre­dit­ent­schei­dun­gen zu fäl­len. Und damit ist es für Unter­neh­men genau­so von zen­tra­ler Bedeu­tung, die Kre­dit­ent­schei­dungs­kri­te­ri­en der Ban­ken mög­lichst genau zu ken­nen.

Eine Kre­dit­be­zie­hung ist grund­sätz­lich eine Prin­zi­pal-Agent-Bezie­hung, die zwei Gegen­über mit unter­schied­li­chen Inter­es­sen bezeich­net, wobei der Agent, in die­sem Fall der Kre­dit­neh­mer, über bes­se­re Infor­ma­tio­nen ver­fügt und der Prin­zi­pal, die Bank, den Agen­ten nicht total kon­trol­lie­ren kann. Aus Sicht der Bank müs­sen Ver­trä­ge gleich wel­cher Art des­halb so aus­ge­stal­tet sein, dass aus die­sen Inter­es­sen­ge­gen­sät­zen mög­lichst kein Scha­den ent­steht.

Dar­über hin­aus sind Ban­ken seit Basel II ab 2007 und noch mehr mit Basel III ab 2019 gesetz­lich an immer stär­ke­re Kre­dit­ver­ga­be­re­strik­tio­nen gebun­den. Basel I ab 1988 bestimm­te im Wesent­li­chen, dass für Kre­di­te an Unter­neh­men unter­schieds­los ein Eigen­ka­pi­tal von 8 % der Schul­den­sum­me hin­ter­legt sein muss. Basel II dif­fe­ren­zier­te zusätz­lich die Kre­dit­ri­si­ken des ein­zel­nen Kre­dit­neh­mers und all­ge­mei­ne Markt­ri­si­ken, d.h. Ver­än­de­run­gen des Mark­tes durch poli­ti­sche, kon­junk­tu­rel­le und wirt­schaft­li­che Ein­flüs­se sowie ope­ra­tio­na­le Risi­ken, d.h. Risi­ken auf uner­kann­te inter­ne Prü­fungs­feh­ler, des Betrugs oder exter­ner Ereig­nis­se außer­halb des Markt­ge­sche­hens. Dies führ­te fak­tisch zu Eigen­ka­pi­tal­un­ter­le­gen in Höhe von 1,6 % bis 12 % des Kre­dit­vo­lu­mens. Kern von Basel III ist eine Ver­schul­dens­fä­hig­keit der Ban­ken bei der Kre­dit­ver­ga­be auf das 33-fache des haf­ten­den Eigen­ka­pi­tals, d.h. Basel III ist  ab 2019 im Kern eine gesetz­li­che Geschäfts­be­schrän­kung für Ban­ken.

Die Kennt­nis der Ein­fluss­fak­to­ren auf die Finan­zie­rungs­ent­schei­dung wer­den für Geld suchen­de Unter­neh­men damit wich­ti­ger als jemals zuvor. Es kann an die­ser Stel­le nicht im Ansatz detail­lier­ter auf die­se Ein­fluss­fak­to­ren ein­ge­gan­gen wer­den, die in der Sum­me immer bis zu einem gewis­sen Maß eine „Black Box“ für Bank­ex­ter­ne ist und blei­ben wird mit durch­aus teil­wei­se sehr unter­schied­li­chen Gewich­tun­gen der ein­zel­nen Ein­fluss­fak­to­ren, d.h. es gibt nicht „die“ „Black Box“, die für alle Ban­ken gilt.

An ers­ter Stel­le ste­hen die qua­li­ta­ti­ven Fak­to­ren, d.h. in der Pra­xis ganz über­wie­gend die Ana­ly­se des Jah­res­ab­schlus­ses eines Unter­neh­mens meist im Zeit­ver­gleich von 3 Jah­ren und im Bran­chen­ver­gleich sowie aktu­el­le Buch­hal­tungs­zah­len und Zwi­schen­ab­schlüs­se, Zah­len des Pri­vat­be­reichs der Unter­neh­mer und Sicher­hei­ten­stel­ler und Plan­ab­schlüs­se, die alle­samt in Kenn­zah­len über­führt wer­den.

An zwei­ter Stel­le kom­men die qua­li­ta­ti­ven Fak­to­ren. Die­se müs­sen alle boni­täts­re­le­van­ten Aspek­te des Unter­neh­mens erfas­sen und erfor­dern ent­spre­chend umfang­rei­che bank­in­ter­ne Kata­lo­ge. Der Markt­zu­stand und die Qua­li­tät des Manage­ments ste­hen dabei oft im Zen­trum des Inter­es­ses sowie all­ge­mein poten­ti­ell exis­tenz­ge­fähr­den­de Tat­be­stän­de und Eng­pass­be­rei­che. Kon­kre­ter sind dies Aus­künf­te und ande­re Infor­ma­tio­nen Drit­ter, die Mit­tel­ver­wen­dung des Kre­dits, eine Mar­ke­ting-, Markt-und Bran­chen-Ana­ly­se, die Qua­li­tät des Rech­nungs­we­sens, d.h. der Pla­nungs- und Kon­troll­in­stru­men­te, die Qua­li­fi­ka­ti­on und das Alter des Manage­ments und der Gesell­schaf­ter sowie die Struk­tur von Per­so­nal und Orga­ni­sa­ti­on.

Die­se quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Fak­to­ren bil­den letzt­lich die Boni­tät vor Besi­che­rung. Die Sicher­hei­ten selbst sind der ent­schei­den­de Fak­tor des gesam­ten Ratin­g­er­geb­nis­ses und damit nicht nur der Kre­dit­be­wil­li­gung oder -ableh­nung, son­dern bei Kre­dit­be­wil­li­gung auch des zu zah­len­den Zins­sat­zes. Eben­so hat die zu erwar­ten­de Pro­fi­ta­bi­li­tät Ein­fluss auf die Kre­dit­ent­schei­dung der Bank ent­lang einer risi­ko­ab­hän­gi­gen Preis­stel­lung und der gesam­ten Kun­den­kal­ku­la­ti­on, d.h. aller Geschäf­te mit dem Kun­den.

Der Aspekt der Sicher­hei­ten bei einer Kre­dit­ver­ga­be ist äußerst umfas­send. Er erstreckt sich von Per­so­nal­si­cher­hei­ten wie Bürg­schaft, Kre­dit­auf­trag oder Garan­tie über Per­so­nal­si­cher­hei­ten ver­wand­te Ver­ein­ba­run­gen wie Schuld­über­nah­me, Patro­nats­er­klä­rung oder Nega­tiv- und Posi­ti­veer­klä­run­gen bis hin zu Mobi­li­ar­si­cher­hei­ten wie Eigen­tums­vor­be­halt, Siche­rungs­ab­tre­tung, Ver­pfän­dung und Siche­rungs­über­eig­nung sowie zu Grund­pfand­rech­ten, hier ins­be­son­de­re der Grund­schuld (Immo­bi­li­ar­si­cher­hei­ten). Jede die­ser Sicher­hei­ten kann in unter­schied­li­chen For­men aus­ge­stal­tet wer­den. Jede die­ser Sicher­hei­ten ist auch mit einem mehr oder min­der gro­ßen Risi­ko für den per­sön­li­chen Sicher­heits­ge­ber oder dem ding­li­chen Siche­rungs­ob­jekt ver­bun­den. Eine genaue Bera­tung im Ein­zel­fall ist hier des­halb unab­ding­bar.

Rele­van­te Aspek­te einer Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung sind wei­ter­hin die Kre­dit­ar­ten, d.h. Geld­lei­he, umgangs­sprach­lich als Kre­dit bezeich­net, bei der die Liqui­di­tät des Kre­dit­neh­mers unmit­tel­bar erhöht wird und Kre­dit­lei­he, bei der unmit­tel­bar kein Geld aus­ge­zahlt wird, hier ins­be­son­de­re der Aval­kre­dit. An Geld­lei­hen, also Kre­di­ten, gibt es den Kon­to­kor­rent­kre­dit als kurz­fris­ti­gen Bank­kre­dit, den Dis­kont­kre­dit bei Wech­seln, den Lom­bard­kre­dit als Kre­dit gegen Ver­pfän­dun­gen von Sachen oder Rech­ten meist in Form von Effek­ten, d.h. ver­tret­ba­ren Wert­pa­pie­ren (Effek­ten­lom­bard) sowie den kurz­fris­ti­gen Kre­dit mit sepa­ra­ter fes­ter Zins­ver­ein­ba­rung für Zwi­schen­fi­nan­zie­run­gen zur Ver­mei­dung teu­rer Kon­to­kor­rent­kre­di­te. Und auch der Lie­fe­ran­ten­kre­dit bei hin­aus­ge­scho­be­ner Rech­nungs­be­glei­chung und die Anzah­lung als Kun­den­kre­dit gehö­ren zu den Arten von Geld­lei­hen. Til­gungs­for­men von Dar­le­hen sind das Annui­tä­ten­dar­le­hen, das Til­gungs­dar­le­hen und das end­fäl­li­ge Dar­le­hen. Zins­for­men von Dar­le­hen sind in der Regel das Fest­zins­dar­le­hen und als Aus­nah­me län­ger­fris­ti­ge Dar­le­hen mit varia­blem Zins, hier nament­lich der Roll-over-Kre­dit. Aus­wir­kun­gen auf den effek­ti­ven Zins­satz haben neben dem Nomi­nal­zins auch Zins­bin­dung, Risi­ko, Lauf­zeit, Dis­agio und sekun­dä­re Ein­fluss­fak­to­ren wie Neben­ent­gel­te, Wert­stel­lungs­ver­ein­ba­run­gen und vor- oder nach­schüs­si­ge Zah­lungs­wei­sen der Raten. Nicht zuletzt Zusatz­kos­ten für nicht ver­ein­ba­rungs­ge­mä­ße Kre­dit­an­spru­ch­in­nah­men, d.h. Bereit­stel­lungs­zin­sen für ver­zö­ger­ten Abruf oder Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gun­gen bei vor­zei­ti­ger Gesamt­til­gung, müs­sen in die Betrach­tung der Gesamt­kos­ten eines Unter­neh­mens auf der Suche nach Geld mit ein­flie­ßen.

Letzt­lich sind auch die rela­tiv ver­brei­te­ten nach­ran­gi­gen Dar­le­hen, z.B. von Gesell­schaf­tern oder Pri­va­te-Equi­ty-Gesell­schaf­ten an ihre ver­schul­de­te Gesell­schaft, Ver­käu­fer­dar­le­hen an Unter­neh­mens­er­wer­ber mit nicht vol­ler Finan­zie­rungs­fä­hig­keit sowie das par­tia­ri­sche Dar­le­hen als typi­sches stil­les Dar­le­hen ohne Ver­lust­be­tei­li­gung und mit Über­trag­bar­keit ohne Zustim­mung der Gesell­schaft rele­van­te Finan­zie­rungs­in­stru­men­te.

Die Fül­le die­ser mög­li­chen Finan­zie­rungs­in­stru­men­te macht eine kon­kre­te Bera­tung für den Ein­zel­fall wie­der­ho­lend unab­ding­bar.

Innenfinanzierung

Die Innen­fi­nan­zie­rung ist in allen Län­dern die bei wei­tem wich­tigs­te Finan­zie­rungs­quel­le eines Unter­neh­mens. Der zen­tra­le Begriff der Innen­fi­nan­zie­rung ist der Cash­flow. Er bezeich­net im Kern nichts ande­res als den Umsatz­über­schuss. Der Cash­flow beinhal­tet hier­bei nicht nur den Gewinn als Sal­do barer Erträ­ge und Auf­wen­dun­gen, son­dern auch die Abschrei­bun­gen und die Net­to­er­hö­hun­gen der lang­fris­ti­gen Rück­stel­lun­gen als Sal­do unba­rer Erträ­ge und Auf­wen­dun­gen.

Die Finan­zie­rung aus ein­be­hal­te­nen Gewin­nen ist die Selbst­fi­nan­zie­rung. Die­se unter­teilt sich in die offe­ne Selbst­fi­nan­zie­rung, d.h. den ein­be­hal­te­nen Gewin­nen ent­spre­chend den Jah­res­ab­schlüs­sen, und der stil­len Selbst­fi­nan­zie­rung, die im Jah­res­ab­schluss nicht ersicht­lich ist.

Die stil­le Selbst­fi­nan­zie­rung ergibt sich aus der Bil­dung stil­ler, aus der Bilanz nicht ersicht­li­che Reser­ven im Wesent­li­chen durch Unter­be­wer­tung von Ver­mö­gen, Über­be­wer­tung von Fremd­ka­pi­tal und dem damit ein­her­ge­hen­den Ent­zug einer Gewinn­aus­schüt­tung und der Nicht­ver­an­la­gung von Gewinns­steu­ern.

Die Finan­zie­rung aus dem Sal­do von unba­ren Auf­wen­dun­gen und unba­ren Erträ­gen hat kei­nen Namen und gene­riert sich im Wesent­li­chen aus zurück­ge­flos­se­nen Abschrei­bungs­wer­ten und Rück­stel­lun­gen.

Auch die Finan­zie­rung durch Kapi­tal­frei­set­zung außer­halb des Pro­zes­ses gehört zur Innen­fi­nan­zie­rung. Die­se Kapi­tal­frei­set­zung kann erfol­gen durch die Redu­zie­rung des betriebs­not­wen­di­gen Ver­mö­gens durch Ratio­na­li­sie­rung, durch den Ver­kauf von Ver­mö­gen, ins­be­son­de­re aber auch durch eine Opti­mie­rung des Umlauf­ver­mö­gens (Working Capi­tal).

Eine wei­ter­füh­ren­de Erläu­te­rung ist an die­ser Stel­le nicht mög­lich und bedarf der Ein­zel­ana­ly­se.

Sonderformen der Finanzierung

Die fol­gen­den Finan­zie­rungs­in­tru­men­te Fac­to­ring, For­fai­ting und Asset Backed Secu­ri­ties sind For­de­rungs­ver­käu­fe und wer­den damit der Innen­fi­nan­zie­rung zuge­rech­net. Das Unter­neh­men war­tet nicht ab, bis der Kun­de gezahlt hat, son­dern setzt mit den For­de­rungs­ver­käu­fen sofort Kapi­tal zur wei­te­ren Ver­wen­dung frei.

Das Finan­zie­rungs-Lea­sing ist kein For­de­rungs­ver­kauf und damit auch kei­ne Innen­fi­nan­zie­rung, son­dern eine Misch­form von Mie­te und Dar­le­hens­auf­nah­me.

Factoring

Fac­to­ring (dt. Rech­nung) bedeu­tet für ein Unter­neh­men der lau­fen­de Ver­kauf von Lie­fe­rungs- und Leis­tungs­for­de­run­gen inner­halb einer Rah­men­ver­ein­ba­rung durch ein dar­auf spe­zia­li­sier­tes Unter­neh­men, den Fac­tor. Das Unter­neh­men soll­te dabei Umsät­ze von eini­gen Mil­lio­nen Euro haben, vor­zugs­wei­se einen kon­stan­ten Abneh­mer­kreis sowie For­de­run­gen, die sel­ten nach­träg­lich zu kor­ri­gie­ren sind. Sehr gro­ße Unter­neh­men über­neh­men die­se Tätig­kei­ten in der Regel güns­tig selbst. Sie neh­men das Fac­to­ring in der Regel nur in Anspruch, wenn sie sehr vie­le For­de­run­gen aus Lie­fe­run­gen und Leis­tun­gen haben. Sehr klei­ne Unter­neh­men wer­den von Fac­tors oft nicht akzep­tiert, weil das Gesamt­fac­to­ring­ge­schäft hier unwirt­schaft­lich ist.

Ein Fac­tor über­nimmt in der Regel Finan­zie­rungs­funk­tio­nen, das Delk­re­dere­ri­si­ko (For­de­rungs­aus­fall­ri­si­ko) und diver­se Dienst­leis­tungs­funk­tio­nen wie Debi­to­ren­buch­hal­tung, Rech­nungstel­lung sowie Inkas­so und Mahn­we­sen. Hier kon­kur­rie­ren Fac­tors ins­be­son­de­re mit Inkas­so­un­ter­neh­men und Buch­hal­tungs­ge­sell­schaf­ten.

Die Kos­ten des Fac­to­rings sind nicht uner­heb­lich. Beim Fac­to­ry kommt es zu einem Zins­ab­schlag, ver­gleich­bar den Kre­dit­zin­sen der Ban­ken, zu Risi­ko­pro­vi­sio­nen von 0,2 % bis ca. 1,5 % des Umsat­zes, zu Dienst­leis­tungs­pro­vi­sio­nen von ca. 0,5–2,5 % des Umsat­zes, einer fes­ten sepa­ra­ten Kre­dit­prü­fungs­ge­bühr, zum Bei­spiel 80 € pro zu über­prü­fen­den Debi­tor, sowie einem Aus­zah­lungs­ein­be­halt von ca. 10 % der For­de­rung auf­grund zu erwar­ten­der Retou­ren, nach­träg­li­chen Preis­ab­schlä­gen auf­grund von Män­geln usw. Die­sen Aus­zah­lungs­ein­be­halt bekommt das Unter­neh­men zurück, wenn es zu kei­nen Reduk­tio­nen der For­de­run­gen kommt.

Dafür spart sich das Unter­neh­men die eige­nen Auf­wen­dun­gen der vom Fac­tor über­nom­me­nen Dienst­leis­tun­gen, Abschrei­bun­gen von For­de­run­gen oder eine Kre­dit­ver­si­che­rung, die eige­nen Boni­täts­prü­fungs­kos­ten und alter­na­ti­ve Kre­dit­kos­ten wie zum Bei­spiel Skon­to­ab­zü­ge oder eige­ne Kon­to­kor­rent­zin­sen.

Steu­er­li­che Fra­gen zu den Auf­wen­dun­gen für das Fac­to­ring sind zu klä­ren.

Das Fac­to­ring stößt an Gren­zen und Hin­der­nis­se in Form der Angst von Unter­neh­men, der For­de­rungs­ver­kauf könn­te für ihre Kun­den wie eine Not­fall­maß­nah­me aus­se­hen; bei ihren Kun­den könn­te zu schroff kas­siert wer­den, sodass die­se ver­lo­ren gehen; oder Abtre­tungs­ver­bo­te in Kun­den-AGBs gel­ten, die in Deutsch­land seit 1994 unter Kauf­leu­ten jedoch recht­lich unwirk­sam sind.

Forfaiting

For­fai­tie­rung (frz. vend­re à for­fait = im Paket ver­kau­fen)  ist in aller Regel ein Finan­zie­rungs­in­stru­ment nur für grö­ße­re und gro­ße Unter­neh­men. Auch hier wer­den wie beim Fac­to­ring For­de­run­gen ver­kauft, die jedoch meist rela­tiv hoch und vor­zugs­wei­se mit­tel-oder lang­fris­tig sind. Der For­de­rungs­käu­fer, der For­fai­teur, kauft die For­de­run­gen in der Regel unge­kürzt und ohne Selbst­be­halt vom For­de­rungs­ver­käu­fer, dem For­fai­tist. For­de­rungs­käu­fer sind spe­zia­li­sier­te Insti­tu­te oder nor­ma­le Ban­ken. Die­se Kre­dit­art wird meist bei Außen­han­dels­fi­nan­zie­run­gen genutzt und hier in Form von Wech­sel, die ord­nungs­ge­mäß erstellt kei­nen Ein­wand aus dem Grund­ge­schäft ermög­li­chen. Übli­cher­wei­se sind Export­for­de­run­gen stark besi­chert. Im Inlands­kre­dit­ge­schäft sind zum Bei­spiel der Ankauf von Lea­sings­for­de­run­gen durch Ban­ken oder der For­de­rungs­ver­kauf von Unter­neh­men über den Bilanz­stich­tag hin­weg an eine Bank zur Ver­bes­se­rung des Bilanz­bilds nicht sel­ten. Ein Wis­sen über steu­er­li­che Aspek­te für For­fai­teu­re ist rele­vant. For­fai­ting ist wie Fac­to­ring Kapi­tal­frei­set­zung durch Ver­kauf von Ver­mö­gen und damit eine Form der Innen­fi­nan­zie­rung.

Asset Back Securities

Asset Backed Secu­ri­ties (ABS, for­de­rungs­be­si­cher­te Wert­pa­pie­re) sind eben­falls For­de­rungs­ver­käu­fe, dies­mal in Form von Wert­pa­pie­ren. Die For­de­run­gen des sich finan­zie­ren­den Unter­neh­mens, des Ori­gi­na­tors, gene­rie­ren prak­tisch immer einen lau­fen­den Cash­flow. Es han­delt sich hier­bei um kom­plet­te For­de­run­gen oder Rech­te auf künf­ti­ge For­de­run­gen. For­de­rungs­käu­fer sind hier sehr oft eigens zum For­de­rungs­an­kauf gegrün­de­te recht­lich selbst­stän­di­ge Spe­zi­al­ge­sell­schaf­ten, soge­nann­te Zweck­ge­sell­schaf­ten oder kon­kre­ter Ein­zweck­ge­sell­schaf­ten (Spe­cial Pur­po­se Vehi­cle, SPV). Eine Ein­zweck­ge­sell­schaft refi­nan­ziert den Ankauf der For­de­run­gen durch Wert­pa­pie­re (Secu­ri­ties), deren wesent­li­che Sicher­heit der Wert der ange­kauf­ten For­de­run­gen ist (Asset Backed). Käu­fer die­ser Wert­pa­pie­re sind insti­tu­tio­nel­le Inves­to­ren wie Ban­ken und Fonds, oft selbst geklei­det  in Inves­ti­tons-Zweck­ge­sell­schaf­ten. Die­se Zweck­ge­sell­schaf­ten wer­den hin­sicht­lich ihrer Boni­tät oft zusätz­lich noch abge­si­chert, damit die Wert­pa­pierim­mis­sio­nen die­ser Zweck­ge­sell­schaf­ten ein gutes Rating erhal­ten und damit einen nur gerin­gen oder gar kei­nen Risi­ko­auf­schlag bei den Zin­sen gegen­über erst­klas­si­gen Anlei­hen.

In der letz­ten Bank­kri­se 2007 haben man­che die­ser Inves­ti­tons-Zweck­ge­sell­schaf­ten eine unüber­sicht­lich hohe Zahl an For­de­run­gen gekauft, ihre Bewer­tun­gen damit erschwert und so uner­kannt sehr pro­ble­ma­ti­sche For­de­run­gen im eige­nen Depot gehal­ten und wei­ter­ge­ge­ben. Die­se sehr pro­ble­ma­ti­schen For­de­run­gen bestan­den  ins­be­son­de­re aus umfang­rei­chen und grob unso­li­den Hypo­the­ken­for­de­run­gen (Mortga­ge Backed Secu­ri­ties, MBS) von Finan­zie­rern in den USA gegen Pri­va­te. In der Fol­ge brach der inter­na­tio­na­le Markt für MBS, die auf US-Hypo­the­ken­for­de­run­gen beru­hen, wegen voll­stän­di­gen Ver­trau­ens­ver­lus­tes der poten­ti­el­len Käu­fer zeit­wei­se zusam­men. Die­ses Miss­trau­en erstreck­te sich auf vie­le ande­re ABS mit ande­ren For­de­rungs­un­ter­le­gun­gen, dann auch auf Kre­di­te an Ban­ken, und führ­te im End­ef­fekt zu erheb­li­chen Pro­ble­men beim Inter­ban­ken-Geld­markt, zu star­kem Liqui­di­täts­ab­fluss in vie­len Volks­wirt­schaf­ten und zur Exis­tenz­ge­fähr­dung und teil­wei­se auch Exis­tenz­ver­nich­tung eini­ger die­ser Inves­to­ren und ihrer Zweck­ge­sell­schaf­ten.

Finanzierungs-Leasing

For­men, Aus­ge­stal­tun­gen und Aspek­te des Finan­zie­rungs-Lea­sings sind zahl­reich und kom­plex. Es wird des­we­gen nur auf die wesent­li­chen Grund­zü­ge des Finan­zie­rungsslea­sings ein­ge­gan­gen.

Der Begriff Finan­zie­rungs-Lea­sing soll die Nähe zur Finan­zie­rung eines gekauf­ten Objekts aus­drü­cken, obwohl Finan­zie­rungs-Lea­sing recht­lich eine Mie­te ist. Beim Finan­zie­rungs-Lea­sing wird ein Inves­ti­ti­ons­ob­jekt leih­wei­se über­las­sen statt wie bei der Finan­zie­rung das Geld leih­wei­se zum Kauf des Inves­ti­ti­ons­ob­jekts. Der Unter­schied zwi­schen Mie­te und Lea­sing ist, dass der Lea­sing­neh­mer eine dem Eigen­tum teil­wei­se ver­wand­te Stel­lung des Objekt­nut­zers hat.

Sofern der Lea­sing­neh­mer das Lea­sing-Gut beim Lea­sing­ge­ber bilan­zi­ell akti­viert sehen will, um die Lea­sing­kos­ten steu­er­lich voll gel­tend machen zu kön­nen – und dies wird in der Regel ange­strebt -, wird der Lea­sing­neh­mer für die­sen Steu­er­vor­teil gegen­über dem Lea­sing­ge­ber in Bezug auf die Lea­sing-Sache gesetz­lich und auf Grund soge­nann­ter Lea­sing­er­las­se der Finanz­ver­wal­tung wirt­schaft­lich und recht­lich grund­sätz­lich schlech­ter gestellt als der Lea­sing­ge­ber. Der Lea­sing­ge­ber muss in die­sem Fall eine stär­ke­re Eigen­tü­mer­po­si­ti­on haben als der Lea­sing­neh­mer, die aus Sicht der Finanz­ver­wal­tung nur unter zahl­rei­chen Bedin­gun­gen gewähr­leis­tet ist, for­mu­liert im soge­nann­ten Teilamor­ti­sa­ti­ons­er­lass bereits aus dem Jahr 1975 und wei­te­ren Lea­sing­er­las­sen.

An For­men des Lea­sings gibt es direk­tes und indi­rek­tes Lea­sing, Mobi­li­en- und Immo­bi­li­en-Lea­sing, Full-Ser­vice-, Teil-Ser­vice- und Net-Lea­sing, Sale-and-Lea­se-Back-Lea­sing sowie Spe­zi­al-Lea­sing. Lea­sing­op­tio­nen sind Teil- und Voll­ar­mor­ti­sa­ti­ons-Lea­sing. Nach der Grund­miet­zeit kann es kei­ne Rech­te geben, eine Kauf­op­ti­on oder eine Ver­län­ge­rungs­op­ti­on. Lea­sing­ver­trä­ge kön­nen wäh­rend der Lauf­zeit künd­bar oder unkünd­bar gestellt wer­den.

Die Fra­ge, ob Finan­zie­rungs-Lea­sing oder Dar­le­hens­fi­nan­zie­rung die bes­se­re Finan­zie­rungs­va­ri­an­te ist, kommt fort­lau­fend auf und hängt von zahl­rei­chen qua­li­ta­ti­ven und quan­ti­ta­ti­ven Fak­to­ren ab.

Wich­ti­ge posi­ti­ve qua­li­ta­ti­ve Fak­to­ren sind der Ser­vice, z.B. die Fuhr­park­ver­wal­tung durch eine Lea­sing­ge­sell­schaft beim Lea­sing kom­plet­ter Fuhr­parks; die Bequem­lich­keit der Finan­zie­rung, vor allem beim Her­stel­ler- oder Händ­ler-Lea­sing; eine 100 %-Finan­zie­rung, zu der Lea­sing­ge­sell­schaf­ten und ins­be­son­de­re Her­stel­ler und Händ­ler eher bereit sind als Dar­le­hen geben­de Ban­ken; oder der Bilanz­struk­tur­ef­fekt beim Lea­sing­neh­mer im Sin­ne einer boni­täts­po­si­ti­ven höhe­ren Eigen­ka­pi­tal­quo­te, denn steu­er­lich aner­kann­te Finan­zie­rungs-Lea­sing­ge­schäf­te sind für den Lea­sing­neh­mer bilanz­neu­tral, wäh­rend ein Dar­le­hen Fremd­ka­pi­tal erhö­hend in der Bilanz auf­taucht.

Nega­ti­ve qua­li­ta­ti­ve Fak­to­ren sind die Ver­trags­klar­heit und Klar­heit über steu­er­li­che Kon­se­quen­zen. In Unter­neh­men herrscht ver­gleichs­wei­se mehr Unklar­heit über Lea­sing­ver­trä­ge als über Dar­le­hens­ver­trä­ge. Lea­sing­ver­trä­ge sind meist kom­plex und mit weit grö­ße­ren Unsi­cher­hei­ten behaf­tet als Dar­le­hens­ver­trä­ge. Und auch die steu­er­li­chen Kon­se­quen­zen von Rege­lun­gen in den Lea­sing­ver­trä­gen wer­den oft nicht erkannt. Eine angeb­li­che Inves­ti­ti­ons­fle­xi­bi­li­tät des Lea­sing­neh­mer trifft bei genau­er ver­glei­chen­der Betrach­tung gegen­über den Dar­le­hen sach­lich meist nicht zu. Und manch­mal wird auch die Bud­get­elas­ti­zi­tät, d.h. ein Lea­sing als Kauf­er­satz auf­grund aus­ge­schöpf­tem Bud­get, unsach­ge­mäß stra­pa­ziert, indem das Risi­ko der  Lea­sing­ra­ten-Ver­pflich­tun­gen und der Rest­wert­ga­ran­tie als Ver­bind­lich­keit, Rück­stel­lungs­pos­ten oder Even­tu­al­ver­bind­lich­keit in der Bud­get­rech­nung igno­riert wird.

Wich­ti­ge posi­ti­ve quan­ti­ta­ti­ve Fak­to­ren des Finan­zie­rung-Lea­sings sind die nied­ri­ge­ren Kauf­prei­se, die Lea­sing­ge­sell­schaf­ten als Groß­kun­den durch­set­zen kön­nen sowie die nied­ri­ge­ren Zin­sen, die gro­ße Lea­sing­ge­sell­schaf­ten bei ihrer Refi­nan­zie­rung für ihre eige­nen Dar­le­hen durch­set­zen kön­nen.

Nega­ti­ve quan­ti­ta­ti­ve Fak­to­ren sind die Zusatz­kos­ten bei finan­zie­ren­der Bank und Lea­sing­ge­sell­schaft, denn immer wer­den beim Lea­sing bei­de Par­tei­en ein­ge­schal­tet, ein Umstand, der natur­ge­mäß Zusatz­kos­ten ver­ur­sacht; die Min­dest­hö­he des Kauf­prei­ses bei Kauf­op­ti­on und die Lea­sing­ra­te bei Ver­län­ge­rungs­op­ti­on; die Rest­wert­ga­ran­tie und ent­gan­ge­ne Vor­tei­le der Lea­sing­neh­mer bei Teilamor­ti­sa­ti­ons­ver­trä­gen; sowie Steu­ern in Bezug auf Zins­schran­ke und Gewer­be­steu­er.

Finan­zie­rungs­lea­sing ist eine sehr kom­ple­xe Pro­blem­stel­lung. Eine Ana­ly­se für jeden Ein­zel­fall ist auf­grund der jewei­li­gen Situa­ti­on des Unter­neh­mens mit­tels einer Inves­ti­ti­ons­rech­nung unab­ding­bar, ins­be­son­de­re auch, weil die vom sich finan­zie­ren­den Unter­neh­men erziel­ba­ren Kon­di­tio­nen für Lea­sing und Dar­le­hen immer fall­spe­zi­fisch sind.

Fremdfinanzierung mit Effekten

Fremd­fi­nan­zie­rung mit Effek­ten bedeu­tet eine Finan­zie­rung mit Wert­pa­pie­ren. Die­se Secu­ri­ty, der eng­li­sche Begriff für Wert­pa­pier, wört­lich Ver­brie­fung, macht das Finanz­ma­nage­ment eines Unter­neh­mens unab­hän­gi­ger von Ban­ken. Ein wich­ti­ger Nach­teil der Finan­zie­rung mit Effek­ten liegt indes dar­in, dass die Effek­ten­em­mis­si­on mit rela­tiv hohen Min­dest­kos­ten ein­her­geht, ins­be­son­de­re für die Bank­pro­vi­si­on, das Rating, die Pro­spek­ter­stel­lung usw.. Sehr klei­ne Wert­pa­pier­emis­sio­nen sind somit nicht wirt­schaft­lich. Dass eine Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung mit Wert­pa­pie­ren in Deutsch­land eine rela­tiv gerin­ge Rol­le spielt, liegt des­halb dar­in, dass z.B. im Ver­gleich zu den USA die deut­sche Wirt­schaft sehr stark von klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men geprägt ist.

Aus die­sem Grund wird an die­ser Stel­le die Finan­zie­rung mit Effek­ten nur kurz ange­spro­chen. Selbst­ver­ständ­lich ver­fü­gen wir über jede not­wen­di­ge Exper­ti­se auch für die­ses Finan­zie­rungs­werk­zeug.

An ers­ter Stel­le steht die Unter­neh­mens­an­lei­he. Bis zu zur Finan­zie­rungs­kri­se 2007 als Indus­trie­an­lei­he bezeich­net, fris­te­te die­se Finan­zie­rungs­form ein Schat­ten­da­sein. Erst im Zuge der letz­ten Finanz­markt­kri­se such­ten auf­grund der damit ein­her­ge­hen­den Boni­täts­klem­me Mit­tel­stands­un­ter­neh­men den Zugang zum Anlei­he­markt. Die Emis­si­ons­kos­ten belau­fen sich auf 4% bis 5% des Emmis­si­ons­vo­lu­mens. Seit Ein­füh­rung des Euro ist der Euro­markt indes bedeu­tend ergie­bi­ger gewor­den für kapi­tal­su­chen­de Unter­neh­men. In der Ver­gan­gen­heit wur­den bis zu ein­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge emit­tiert, und meh­re­re Bör­sen­be­trei­ber rich­te­ten spe­zi­el­le Mit­tel­stands­an­lei­hen ein. Die­se ent­wi­ckel­ten sich jedoch nega­tiv. Und auch die Rating­agen­tu­ren, die der­lei Mit­tel­stands­an­lei­hen beglei­ten und nicht zur Spit­ze der Rating­agen­tu­ren zäh­len, sind Kri­tik­punkt die­ser gerin­gen Emis­sio­nen. Trotz­dem ist die­se Finan­zie­rungs­form eine Mög­lich­keit für Unter­neh­men, die nur gerin­ge Finan­zie­rungs­bei­trä­ge benö­ti­gen.

An For­men der For­de­rungs­pa­pie­re gibt es den Floa­ter, Wäh­rungs­an­lei­hen mit spe­zi­el­len Wäh­rungs­ver­ein­ba­run­gen, Zero­bond, Com­mer­ci­al Paper und Medi­um Term Notes. Anlei­hen mit teil­wei­se Eigen­ka­pi­tal­cha­rak­ter sind die Wan­del­an­lei­he und die Opti­ons­an­lei­he. Und es gibt nach­ran­gi­ge Papie­re wie Junk Bonds. An mez­za­ni­nen Wert­pa­pie­ren exis­tie­ren die Hybrid­an­lei­he, der Genuss­schein als steu­er­li­ches Fremd­ka­pi­tal und gleich­zei­ti­ges Eigen­ka­pi­tal als Gren­ze zur stil­len Gesell­schaft.

Detail­lier­te­re oder wei­ter­füh­ren­de Erör­te­run­gen wür­den den hier vor­lie­gen­den Rah­men spren­gen.

Finanzderivate

Finanz­de­ri­va­te sind Hilfs­ele­men­te der Kapi­tal­auf­nah­me und Kapi­tal­an­la­ge und kei­ne ori­gi­nä­ren Finanz­in­stru­men­te. Finanz­de­ri­va­te lei­ten sich aus Wer­ten ori­gi­nä­rer Basis­ob­jek­te ab. Deri­va­te sind damit Finanz­pro­duk­te, deren Wert und Wert­än­de­rung vom Wert eines ande­ren Finanz­pro­dukts und des­sen Wert­än­de­rung abhängt.

Finanz­de­ri­va­te wer­den ganz über­wie­gend als Absi­che­rung (Hedging) gegen Risi­ken von Preis­än­de­run­gen ein­ge­setzt. Das Unter­neh­men ver­la­gert hier sein Geschäfts­ri­si­ko durch ein Gegen­ge­schäft auf einen Drit­ten.

Dane­ben wer­den Finanz­de­ri­va­te zur Spe­ku­la­ti­on auf die Ent­wick­lung bestimm­ter Prei­se bzw. Kur­se genutzt.

Letzt­lich benutzt man Finanz­de­ri­va­te auch für Arbi­tra­ge, d.h. für die Aus­nut­zung unbe­rech­tig­ter Preis­un­ter­schie­de auf dem­sel­ben Markt oder auf Märk­ten, deren Prei­se von­ein­an­der abhän­gen. Arbi­tra­ge ist ganz über­wie­gend ein Bank­ge­schäft.

Deri­va­ti­ve Finanz­in­stru­men­te sind aus­nahms­los Ter­min­ge­schäf­te. Das bedeu­tet, dass in der Gegen­wart die Prei­se für künf­ti­ge Trans­ak­tio­nen fest­ge­legt wer­den, also der Ver­trags­ab­schluss und die Ver­trags­er­fül­lung zeit­lich aus­ein­an­der­fal­len. Finanz­ter­min­ge­schäf­te sind cha­rak­te­ri­siert durch die Mög­lich­keit, mit rela­tiv gerin­gem Kapi­tal­ein­satz über­durch­schnitt­lich an Preis­än­de­run­gen im ori­gi­nä­ren Markt teil­zu­ha­ben; einen Total­ver­lust der ein­ge­setz­ten Geld­mit­tel zu erlei­den; oder zusätz­li­che Geld­mit­tel zur Erfül­lung einer ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tung ent­ge­gen der ursprüng­li­chen Inten­ti­on auf­brin­gen zu müs­sen.

Grund­ty­pen von Deri­va­ten sind die Zah­lung eines fes­ten Betrags und als Gegen­leis­tung wahr­schein­lich­keits­ver­teil­te Ein­zah­lun­gen, Erträ­ge oder Ver­mö­gens­wer­te; der Erhalt eines fes­ten Betrags und als Gegen­leis­tung wahr­schein­lich­keits­ver­teil­te Aus­zah­lun­gen, Auf­wen­dun­gen oder Ver­mö­gens­wer­te; oder der Tausch wahr­schein­lich­keits­ver­teil­ter Zah­lun­gen für bei­de Par­tei­en.

Man unter­schei­det zum einen unbe­ding­te Ter­min­ge­schäf­te, d.h. Fest­ter­min­ge­schäf­te, bei denen die Kon­di­tio­nen der Kauf­ver­trä­ge in der Gegen­wart fest­ge­legt wer­den und in der Zukunft unbe­dingt aus­ge­übt wer­den müs­sen. Es gibt hier kein Wahl­recht oder Rück­tritts­recht. Future und For­ward, For­ward Rate Agree­ment oder Swap sind die ent­spre­chen­den Finanz­in­stru­men­te. Zum ande­ren gibt es beding­te Ter­min­ge­schäf­te, d.h. opti­ons­ar­ti­ge Ter­min­ge­schäf­te, bei denen die Kon­di­tio­nen der Kauf­ver­trä­ge in der Gegen­wart fest­ge­legt und in der Zukunft nach Wahl eines der Ver­trags­part­ner nur bedingt aus­ge­übt wer­den müs­sen. Die Ver­trags­er­fül­lung hängt hier­bei vom Ein­tritt einer ver­ein­bar­ten Bedin­gung ab. Die Opti­on und z.B. Cap und Floor sind hier die ent­spre­chen­den Finanz­in­stru­men­te.

Detail­lier­te oder wei­ter­füh­ren­de Erör­te­run­gen wür­den wei­ter­hin den vor­lie­gen­den Rah­men spren­gen.

Autor: Harald Bahner © Bahner Con­sul­ting

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