Unter­neh­mens­for­men spie­len in jeder Pha­se der Exis­tenz einer Unter­neh­mung eine mit erfolgs­ent­schei­den­de Rol­le – von der Exis­tenz­grün­dung bis zum Ende eines Unternehmens.

Zen­tra­le Vor­tei­le der Opti­mie­rung von Unter­neh­mens­man­tel bzw. Unternehmensform

  • Klä­rung haf­tungs­recht­li­cher, steu­er­recht­li­cher und ertrags­op­ti­mier­ter Rahmenbedingungen
  • Klä­rung der Ver­ant­wort­lich­keit inner­halb unter­schied­li­cher Unternehmensmäntel
  • Klä­rung des Gesamt­ver­wal­tungs­auf­wands und damit der Verwaltungskosten

All­ge­mei­nes

Im Ver­lauf des Lebens­zy­klus eines Unter­neh­mens, der prin­zi­pi­ell unend­lich sein kann, gibt es viel­fäl­ti­ge Grün­de sich in einen Unter­neh­mens­man­tel zu klei­den oder den bestehen­den Unter­neh­mens­man­tel zu wechseln.

Unter­neh­mens­for­men vari­ie­ren teils erheb­lich hin­sicht­lich haf­tungs­recht­li­cher, steu­er­recht­li­cher oder ertrags­op­ti­mier­ter Rah­men­be­din­gun­gen, hin­sicht­lich Ver­ant­wort­lich­keit oder hin­sicht­lich des Gesamt­ver­wal­tungs­auf­wands und damit der Ver­wal­tungs­kos­ten. Bei sich ver­än­dern­der regio­na­ler Aus­rich­tung sind zahl­rei­che Optio­nen gege­ben. Eigen­tü­mer prä­fe­rie­ren womög­lich sub­jek­tiv eine bestimm­te Unter­neh­mens­form. Oder bei Unter­neh­mens­grün­dun­gen, vor allem bei Star­tups, erscheint die Unter­neh­mens­form als Qual der Wahl.

For­men von Unternehmensmänteln

Unter­neh­mens­for­men im deutsch­spra­chi­ger Raum

Im deutsch­spra­chi­gen Raum kön­nen im Wesent­li­chen die fol­gen­den Unter­neh­mens­män­tel unter­schie­den wer­den. Die recht­li­chen Aspek­te sind in den ein­zel­nen deutsch­spra­chi­gen Län­dern bei glei­cher Bezeich­nung teils unter­schied­lich ausgestaltet.

  • Ein­zel­un­ter­neh­mer als Frei­be­ruf­ler, in der Schweiz: Selb­stän­di­ge­rer­wer­ben­der, oder Gewerbetreibender;
  • Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (in Deutsch­land: GbR; in Öster­reich: Ges­bR; in der Schweiz „Ein­fa­che Gesell­schaft“ (eG));
  • Offe­ne Han­dels­ge­sell­schaft (in Deutsch­land: OHG; in Öster­reich: Offe­ne Gesell­schaft, OG; in der Schweiz:„Kollektivgesellschaft“ (KIG));
  • Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG);
  • Genos­sen­schaft (in Deutsch­land: GenG; in Öster­reich: Erwerbs- und Wirt­schafts­ge­nos­sen­schaft (Gen), in der Schweiz ohne Abkürzung);
  • Part­ner­schafts­ge­sell­schaft (PartGG, nur in Deutschland)
  • Part­ner­schafts­ge­sell­schaft mit beschränk­ter Berufs­haf­tung (PartGmbB, nur in Deutschland);
  • Ver­ein;
  • Stil­le Gesell­schaft (in Deutsch­land ohne Abkür­zung; in Öster­reich: stG; in der Schweiz als sepa­ra­tes Insti­tut nicht existent);
  • Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) (UG (haf­tungs­be­schränkt); nur in Deutschland);
  • Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung (GmbH);
  • Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Akti­en (KGaA; in der Schweiz „Kom­man­ditak­ti­en­ge­sell­schaft“ (KmAG));
  • Akti­en­ge­sell­schaft (AG)
  • Stif­tung
  • diver­se Misch­ge­sell­schaf­ten als „Co. KG“, z.B. GmbH & Co. KG; in den deutsch­spra­chi­gen Län­dern unter­schied­lich exis­tent und ausgeprägt;
  • Zweig­nie­der­las­sung (als unter­neh­me­risch selb­stän­di­ge Einheit);
  • Betriebs­stät­te (als unter­neh­me­risch unselb­stän­di­ge Einheit).

Dar­über hin­aus gibt es Anstal­ten des öffent­li­chen Rechts oder Kör­per­schaf­ten juris­ti­scher Per­so­nen (Schweiz), die hier nicht näher the­ma­ti­siert wer­den sollen.

Unter­neh­mens­for­men in der Euro­päi­schen Union

  • Euro­päi­sche wirt­schaft­li­che Inter­es­sen­ver­ei­ni­gung (EWIV);
  • Euro­päi­sche Genos­sen­schaft (Socie­tas Coope­ra­ti­va Euro­paea – SCE);
  • Euro­päi­scher Ver­bund für ter­ri­to­ria­le Zusam­men­ar­beit (EVTZ);
  • Euro­päi­sche Gesell­schaft (Socie­tas Euro­paea – SE = euro­päi­sche Aktiengesellschaft).

Die Euro­päi­sche Stif­tung (Fun­da­tio Euro­paea – FE) ist seit bald 20 Jah­ren The­ma zwi­schen den EU-Mit­glieds­staa­ten. Es ist aus zen­tral steu­er­recht­li­chen und wei­te­ren wirt­schafts­po­li­ti­schen Kon­troll­grün­den davon aus­zu­ge­hen, dass die­se Unter­neh­mens­form nie ein­ge­führt wer­den wird, wie es der Euro­päi­sche Pri­vat­ge­sell­schaft (Socie­tas Pri­va­ta Euro­paea – SPE, ana­log einer GmbH) und der euro­päi­schen Ein­per­so­nen-Gesell­schaft (Socie­tas Uni­us Per­so­nae – SUP, ana­log zu einer deut­schen Ein­per­so­nen-UG) bereits vor gerau­mer Zeit ergan­gen ist.

Unter­neh­mens­for­men im Ausland

Allein aus Sprach­bar­rie­re­grün­den, fak­tisch aber auch aus steu­er­recht­li­chen Impli­ka­tio­nen, kom­men zumin­dest für deutsch­spra­chi­ge Unter­neh­men hier theo­re­tisch im Wesent­li­chen Irland (Amts­spra­che Eng­lisch), Mal­ta (Amt­spra­che Eng­lisch) und die USA in Betracht. Die bri­ti­schen Unter­neh­mens­for­men Limi­ted Part­ners­hip (die bri­ti­sche Part­ner­schafts­ge­sell­schaft) und Limi­ted (die bri­ti­sche GmbH) sind wegen des Bre­xits für neu zu grün­den­de Unter­neh­men aus deut­scher und EU-Sicht nicht mehr relevant.

  • iri­sche Limi­ted (die iri­sche GmbH);
  • Mal­ta-Limi­ted (die Mal­ta-GmbH); sowie
  • US-Cor­po­ra­ti­on (Inc.- Aktiengesellschaft)

Gege­be­nen­falls – wenn man in Amts-Grie­chisch und Amts-Tür­kisch Fach­kon­ver­sa­ti­on betrei­ben kann -, ist even­tu­ell noch die Zypern-Limi­ted eine Erwäh­nung wert.

Es gäbe noch zahl­rei­che ande­re Aus­lands-Unter­neh­mens­män­tel. Die­se will ich aus diver­sen, ins­be­son­de­re steu­er­recht­li­chen (Fallstrick)Gründen indes nicht anführen.

Allen genann­ten aus­län­di­schen Unter­neh­mens­for­men ist gemein, dass sie gegen­über Unter­neh­mens­grün­dern bis heu­te im Inter­net teil­wei­se als angeb­li­che Steu­er­spar­mo­del­le bewor­ben wer­den. Dies ist defi­ni­tiv nicht der Fall. Jedes Unter­neh­men wird in dem Land, in dem es tätig ist, behan­delt wie dor­ti­ge ana­lo­ge Unter­neh­men und dort ent­spre­chend besteu­ert. Ein­zig schein­ba­rer Vor­teil die­ser Unter­neh­mens­män­tel ist die rechts­si­che­re Grün­dung mit tat­säch­lich 0,00 EUR oder 1,00 EUR im fak­ti­schen Gegen­satz zu einer deut­schen UG. Dem gegen­über steht indes ein anhal­tend hoher dop­pel­ter Ver­wal­tungs­auf­wand – min­des­tens offi­zi­el­ler Unter­neh­mens­sitz, zusätz­li­che Steu­er­erklä­rung im Grün­dungs­land mit ent­spre­chen­den Kos­ten -, wenn die Haupt­tä­tig­keit in einem Land außer­halb des Grün­dungs­lan­des lie­gen sollte.

Ver­brei­tung der Unter­neh­mens­for­men in den deutsch­spra­chi­gen Ländern

In Deutsch­land sind ca. zwei Drit­tel aller Unter­neh­mens­for­men Ein­zel­un­ter­neh­men. Auch in Öster­reich ist der Ein­zel­un­ter­neh­mer die am meis­ten ver­wen­de­te Unter­neh­mens­rechts­form. In der Schweiz hin­ge­gen ist die Akti­en­ge­sell­schaft am meis­ten verbreitet.

 

Stel­len Sie jetzt Ihre Anfra­ge!